Besuchen Sie jetzt auch unseren Onlineshop unter >> www.pigmentmanufaktur.com <<

Mennige
Home Mennige Bleiweiß Bleiseife

 

Home
Nach oben
Produkte
ChemVerbotsV
Gesundheit
Download
Impressum      

Bleimennige:

lat.:       Minium

engl.:    red lead

ital.:      rosso di piombo

franz.:   fil rouge

 

Die Mennige soll, der Legende nach, zufällig bei einem Brand im Hafen von Piräus entdeckt worden sein, wo Fässer mit Bleiweiß gelagert waren. Durch die Hitzeeinwirkung wurde aus dem Bleiweiß die Bleimennige.

Mennige wird heute noch vorwiegend als Rostschutzfarbe verwendet, vor allem in der Restaurierung und Konservierung von denkmalgeschützten Metallobjekten, aber auch für Holzoberflächen. Wegen seiner bekannten toxischen Wirkung allerdings immer seltener. Dazu wurde früher das Pigment mit Leinöl dick angerieben und mit kurzborstigen Pinseln gestrichen und stark vertrieben (einmasiert). 

Bleimennige:

Blei(II,IV)-oxid, auch Mennige oder Blei(II)-orthoplumbat ist ein leuchtend oranges Pulver mit der Summenformel Pb3O4.

Als Pigment wird es auch als Saturnrot, Pariser Rot, Bleirot, Goldsatinober, Goldzinnober, Kristallmennige, Mineralorange und Saturnmennige bezeichnet.

Der charakteristische orange Farbton vieler Metallbrücken, -türme, -konstruktionen ist auf die ursprüngliche Verwendung eines Mennigeanstrichs zurückzuführen. Bleimennige als Rostschutz ist in Deutschland nicht verboten, seit Januar 2005 verbietet das Chemikaliengesetz in der Schweiz den Einsatz von Bleimennige.

Eigenschaften:

Bleimennige verbindet sich in trocknenden Ölen chemisch zu einer wasserunlöslicher Seife.

Bleihaltige Pigmente härten trocknende Öle und beschleunigen den Tocknungsprozess durch katalytische Wirkung und Bindung freier Fettsäuren. Dadurch wird nicht nur die Trocknung beschleunigt, auch die Wasser- und Alterungsbeständigkeit der Anstriche wird erhöht.

Die Fettsäuren des öligen Bindemittels reagieren mit den Bleipigmenten unter Bildung von transparenten Bleiseifen (Metallsalzen). Da Bleipigmente auch noch bei der Alterung weiter

verseifen, können z.B. weiße Wolkenmalerein mit Bleiweiß allmählich transparent werden.

Das Mennigepigment wird mitunter mit Ziegelmehl und / oder Füllstoffen aus gefällten Teerfarblacken verschnitten

Schnelle Erkennung der Bleimennige durch Zugabe eines Tropfens Schwefelammonium, wobei es sich schwarz verfärbt. Durch kurzes kräftiges Erhitzen wird Mennige gelb. Der Bleimennigeanstrich hat eine hervorragende Deck- und Mischkraft, ist gut Lichtbeständig.

Herstellung:

zuerst muß Bleiweiß hergestellt werden. Dabei werden Bleiplatten, Bleibanderolen, Bleiwolle usw bei gleichbleibender Wärme mit Essig bedampft. Auf den Bleiplatten entsteht das Bleiacetat das durch die Einwirkung von CO² zu Bleicarbonat = Bleiweiß umgesetzt wird.

Durch erhitzen von Bleiweiß entsteht die gelbe Bleiglätte, durch weiteres rösten der Bleiglätte entsteht die orange Bleimennige.

 
 

Verwendung:

Die Bleimennige wurde anfangs hauptsächlich für Miniaturmalerei in Büchern verarbeitet in wässrigen Bindemitteln, wo es sich Aufgrund der dichten Konservierung zwischen den Buchseiten kaum veränderte und nicht wie sonst üblich in wässrigen Bindemitteln stark verbräunt oder sich schwarz verfärbt. Auch für kosmetische und pharmazeutische Zwecke wurde die Mennige verwendet. Unübertroffen allerdings ist die Mennige in Leinöl angerieben als Rostschutzfarbe. Selbst bereits rostige Eisenmetalle können, ohne lange Vorarbeiten, mit Mennigeanstriche dauerhaft geschützt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Verarbeitung:

die erste Grundierung erfolgt mit Bleiseife auf das rohe Metall mit Borstenpinsel, wobei das überschüssige Öl wieder mit einem Tuch abgenommen wird (vorsicht, die getränkten Tücher können sich selbst entzünden)

Die Verarbeitung von Bleimennigefarbe erfolgt mit kurzborstigen Pinsel, wobei die Mennige gut vertrieben (einmasiert) werden muß. Falls noch weitere Anstriche notwendig sind, können diese mit der Schaumstoffwalze aufgetragen werden. Bleimennige niemals spritzen!!

Die Bleimennige in frischen reinem Leinöl ist dafür hergestellt, daß sie direkt auf das blanke Metall oder Rost aufgetragen wird, keine Rostumwandler oder andere Grundierungen verwenden, sonst hat es keine Wirkung auf das Metall, da es mit dem EISEN III im Rost nicht mehr reagieren kann.

Beim Verarbeiten mit Pinsel oder Rolle ist die Gefährung nicht größer als bei handelsüblichen Lacken (eher ungefährlicher da keine flüchtigen Lösemittel vorhanden sind) da das Pigment fest im Bindemittel eingeschlossen. Gefährlich sind die Stäube, vor allem der Schleifstaub, wobei alte Leinöl-Mennige Anstriche nicht angeschliffen werden müßen, sondern wieder direkt mit Mennige übergrundiert werden. Da dieses System aber sehr lange hält, muß man in absehbarer Zeit nicht nacharbeiten. Hautkontakt ist zu vermeiden

Die Bleimennige kann mit allen einkomponentigen Alkydharz- und Leinöllacken überstrichen werden.

Verbrauch ca. 250 – 300g / qm

 

Sicherheit:

Bleipigmente sind toxisch, vorallem ist das Einatmen von Stäuben zu vermeiden, die beim hantieren mit den Pigmenten entstehen, oder beim an- und abschleifen von alten Bleifarben. Es ist immer ein Feinstaubmundschutz zu tragen, außerdem niemals über Kopf schleifarbeiten ausführen.

Allgemeines

Name

Blei(II,IV)-oxid, Bleimennige, Minium

Andere Namen

·       Mennige

·       red lead

·       rosso di piombo

·       Minium

·       fil rouge

·       Blei(II)-orthoplumbat

Summenformel

Pb3O4

CAS-Nummer

1314-41-6

Kurzbeschreibung

oranges Pulver

Eigenschaften

Molare Masse

685,57 g·mol-1

Aggregatzustand

fest

Dichte

9,53 g·cm-3

Schmelzpunkt

500 °C

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser

Sicherheitshinweise

EU-Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh.1

 

Giftig

Umwelt-
gefährlich

(T)

(N)

 

R- und S-Sätze

R: 61-20/22-33-62-50/53

S: 53-45-60-61

 

MAK

Für toxische Stoffe wird generell kein MAK-Wert vergeben