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Bleiweiß:

lat.:       plumbum album

engl.:    lead white

ital.:      bianco di piombo

franz.:   blanc de plomb

 

Bleiweiß, 2 PbCO3 · Pb(OH)2, ist ein basisches Bleicarbonat und seit dem Altertum ein bedeutendes Weißpigment.

Bleicarbonat Summenformel PbCO3 ist das Blei(II)-Salz der Kohlensäure. Es ist ein weißer, fester, giftiger Stoff der in Wasser nahezu unlöslich ist. Er ist in Bleiweiß enthalten und kommt in der Natur als Cerussit (Weißbleierz) vor.

 


Die Farben der Bleiverbindungen umfassen weiße (Bleiweiß) – gelbe (Massikot) – rote (Mennige) Farben. Alle Bleipigmente kennzeichnen sich durch eine sehr gute Deckkraft, Mischkraft und Trockenkraft. Allerdings verbräunen oder schwärzen Bleifarben unter Einwirkung des Schwefelwasserstoffes. Alle Bleifarben sind toxisch.

bleiglatte.gif (41393 Byte) BfleiweisPig.gif (44642 Byte)

Eigenschaften:

Bleiweiß hat eine sehr hohe Deckkraft und abhängig vom Bindemittel einen schönen Glanz. Bleiweiß ist giftig.

Bleiweiß ist lichtbeständig. Allerdings dunkelt es nach, vor allem bei wässrigen Bindemitteln, was etwa bei Polierweißfassungen an Skulpturen stören kann und zu Verfälschungen des ursprünglichen Gesamteindruckes führt. Dieses Nachdunkeln beruht auf der Bildung von schwarzem Bleisulfid aus der Reaktion mit dem allgegenwärtigem Schwefelwasserstoff. Deshalb ist es auch ungeeignet für schwefelhaltige Bindemittel (Eitempera, Kasein) sowie für alle schwefelhaltigen Pigmente (Ultramarin, Zinnober, Auripigment...).

Bleiweiß war bis Mitte des 19. Jhdt. Das „einzige“ Weißpigment der Künstler, obwohl die Giftigkeit von Bleiweiß bereits in der Antike bekannt war. In Frankreich  wurden ab ca. 1850 die Pigmenteigenschaften von Zinkweiß entdeckt. Seit dem Beginn des 20. Jahrhundert kam zunehmend Barythweiß als Weißpigment zum Einsatz, so dass das ursprünglich „einzige“ Bleiweiß an Bedeutung verlor. Seit ca 1960 wird Titanweiß weltweit in großen Mengen produziert. In der Lack- und Kunststoffindustrie hat Bleiweiß keine Bedeutung mehr. Allerdings haben die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Titanweiß gegenüber Bleiweiß-Künstlerfarben  Nachteile.

 

·       Bleiweiß trocknet sehr schnell, während Titanweiß abhängig vom Bindemittel langsamer trocknet. Bleiverbindungen härten trocknende Öle.

·       Buntmischungen mit Titanweiß ergeben „kalte“ Töne, während Bleiweiß leicht ins gelbliche tendiert und somit „warme“ Farbtöne gibt.  Bleiweiß  lässt sich hervorragend mit transparenten und deckenden Pigmenten mischen.

·       Bleiweiß ist wegen seiner Kristallstruktur ein weiches Pigment. Titanweiß ist dagegen (auch abhängig von der Kristallstruktur: Rutil oder Anatas) ein hartes Pigment, es vermag trocken auch gehärteten Stahl zu ritzen. Somit lässt sich Bleiweiß besser ausreiben, zu feineren Korngrößen nachbearbeiten.

·       Bleiweiß bildet in Leinöl eine unlösliche Metallseife, die auch im Außenbereich extrem widerstandsfähig ist so dass selbst mit  modernen Abbeizmittel diese  Anstriche  kaum zu lösen sind

·       Titanweiß (TiO2) wechselt unter Lichteinwirkung zur Oxidationsstufe +III (Ti2O3), der freiwerdende atomare Sauerstoff greift Lackbindemittel an, dies führt zu schnellerem Abkreiden des Anstriches.

·       Zinkweiß (ZnO ist weiß) kann ein Ersatz für Bleiweiß sein. In Ölfarben deckt Zinkweiß weniger als Bleiweiß. Barytweiß ist als Ersatz weniger geeignet.

 

Herstellung:

Die künstliche Herstellung von Bleiweißpigment wurde bereits im 4. Jhdt. vor Christus beschrieben, auch der römische Schriftsteller Plinius schilderte die Herstellung von Bleiweiß. Die erste fabrikmäßige Produktion von Bleiweiß geht zurück bis 1650 in Rotterdam. Das Verfahren hat sich kaum verändert.

Beim holländischen Topfverfahren werden in einem glasierten Topf, der in der Mitte einen Wulst aufweist, ca. ½ lit Essig gegeben. Auf dem Wulst wird eine Bleibanderole gelegt. Essig und Blei dürfen sich nicht berühren. Auf den Topf kommt noch ein Deckel aus Bleiblech. Auf einem Holzgestell werden die befüllten Töpfe in verschiedenen Etagen aufgestellt, der Raum zwischen den Töpfen wird mit frischem Pferdedung aufgefüllt. Der Pferdedung produziert Wärme und Kohlensäure, der verdunstende Essig liefert Wasser und Essigsäure. Das Bleiweißpigment setzt sich in 8-10 Wochen an den Bleirollen an. Das Rohbleiweiß wird dann von den Bleirollen abgenommen und in Wasser gewaschen. Danach konnte das Bleiweiß getrocknet und als Pigment verwendet werden, oder es wurde noch im feuchten Zustand das Leinöl zugegeben, das das Wasser verdrängte und als Lackfarbe verwendet wurde.

Um den Herstellungsprozess zu verkürzen, wurde das deutsche Kammerverfahren entwickelt, wobei das Herstellungsverfahren annähernd gleich blieb wie beim Topfverfahren. Bei diesem Verfahren wurden große Kammern aus Ziegel gemauert (ca. 50m² Grundfl. und 6m Höhe) darin wurden große Bleilappen an Holzstangen aufgehängt. Eine Kammer fasste ungefähr 2,5 t. Blei. In die Kammern wurden Wasserdampf, Essigdampf und Kohlensäure eingeblasen. Wenn die Bildung von Bleiweiß abgeschlossen war, nach ca. 4-5 Wochen, wurde Essigdampf und Kohlensäure abgestellt, nur noch einige Tage wurde Wasserdampf eingeblasen um das Bleiweiß gut anzufeuchten, damit keine Staubbelastung entstehen konnte. Die weitere Verfahrensweise war gleich dem Topfverfahren.

Verwendung:

in Leinöl angerieben war es bis 1850 der einzige Weißlack für Metalle und Hölzer, auch für Türen und Fenster, wobei es im Innenbereich in wenig belichteten Räumen stark vergilbt.

Bleiweiß wird heute nur noch für restauratorische Zwecke und von Künstlern verwendet.

Wegen der vorzüglichen Durchtrocknung von Bleiweißfarben von Innen nach Außen, wurde Bleiweiß auch für die Herstellung von harttrocknender nass schleifbarer Spachtelmassen verwendet.

 

Sicherheit:

Bleipigmente sind toxisch, vor allem ist das Einatmen von Stäuben zu vermeiden, die beim hantieren mit den Pigmenten entstehen, oder beim an- und abschleifen von alten Bleifarben. Es ist immer ein Feinstaubmundschutz zu tragen, außerdem niemals über Kopf Schleifarbeiten ausführen.

Allgemeines

Name

Bleiweiß

Andere Namen

·       Basisches Bleicarbonat

·       Cerussa

·       Kremserweiß

·       Hydrocerusit

·       Tribleidicarbonatdihydroxid

Summenformel

2PbCO3·Pb(OH)2

CAS-Nummer

1319-46-6

Kurzbeschreibung

weißes Pulver

Eigenschaften

Molare Masse

775,63 g·mol−1

Aggregatzustand

fest

Dichte

6,14 g·cm−3

Schmelzpunkt

Zersetzung ab 400 °C

Löslichkeit

unlöslich in Wasser

Sicherheitshinweise

EU-Gefahrstoffkennzeichnung aus RL67/548/EWG, Anh.I

 

Giftig

Umwelt-
gefährlich

(T)

(N)

 

R- und S-Sätze

R: 61-20/22-33-62-50/53

S: 53-45-60-61